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Blog Wortsetzung
Aus dem Effeff
16.06.2009 13:15:23

Satire auf das Literaturgeschäft

Aufprall, Scheppern, Blech. Der Glassplitterregen hinter ihm verkündet, dass er vor dem Abbiegen seinen linken Arm hätte ausstrecken sollen. Sorry, aber ich habe zu viel Schiss, den Lenker loszulassen. Hinter seinem Rücken nimmt die Lautstärke des Gezeters allmählich ab. Heute nimmt er die Elisabethstraße, schlägt einen Haken am Schwanenspiegel vorbei, überquert beinahe vorschriftsmäßig die Ampel an der Graf-Adolf-Straße und radelt das letzte Stück bis zum Verlag die Kasernenstraße hinauf. Er braucht das, um den Kopf für den Tag frei zu bekommen. Sommer wie Winter, ob es stürmt oder schneit. Nachdem er das Alurad mit einem dicken U-förmigen Sicherheitsschloss an die Laterne gekettet hat, verschmäht er den Fahrstuhl und joggt die fünf Treppen hoch ins Büro.


"Aurora!"
Warum nicht gleich Aphrodite oder Lotusblume? Diese erbärmlichen Schreiberlinge, diese schauerromantischen Knallköpfe nehmen eine gemischte Tüte Regenbogenpresse, Märchenbücher, Seifenopern und die große Weltgeschichte zur Hilfe um ihre gezuckerten und schmierigen Welten zu erschaffen. Ohne Unebenheiten oder Überraschungen - alles, nur keinen Roman schreiben, alles, nur nicht über das Leben und das Chaos sprechen, das sie umgibt! Narren. Auf die Tränendrüsedrücker. Seelenlose Possenreißer.
"Aurora schmiegte ihre schweren Brüste an die Wangen des Geliebten."


Page99 - 1
16.06.2009 13:02:08

Nichts ist nerviger als Geschichten mit vorhersehbarem Happy End. Storys, in denen bondige James, pottige Harrys, grassige Butte, here Lindas und selbst bohlige Dieter nach einigen Pirouetten aus Abenteuer, Langeweile, Ungemach oder Höhenflug katzengleich wieder auf den eigenen Füßen landen.
Rausch Wortsetzung 1
15.06.2009 16:57:05

Mich reizen Worte. Bin süchtig danach. Alles um mich herum ist Wort.

Ich setze mich auf Worte, ich esse mit Worten, ich schlafe in Worten, ich weine und jauchze über Worte. Das ist übrigens ganz einfach - es gibt keine Möbel bei mir, keine Wand, keine Tür.... Worte und Geschichten. Dann und wann nehme ich mir vor, sie aufzuschreiben. Ich habe immer davon geträumt ein Gedicht zu schreiben, ein richtiges; eines, das leicht erregbare Gemüter runterholt von ihrer Palme. Selbst ein ganz kleines reichte mir. Bislang habe ich es noch nicht hinbekommen. Im Augenblick verzettelt es sich, spaziert herum, spielt Scrabble.

3 Elemente gesamt